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Motorfahrzeuge

Geländemotorräder

bringen Abgase direkt in die unberührte Natur

Auch bekannt als: Offroad-Motorräder, Dirtbikes, Enduro-Motorräder, Motocross-Motorräder.

Geländemotorräder, englisch "Dirtbikes", sind zweirädrige, motorisierte Fahrzeuge, die üblicherweise mit einem Benzin-Verbrennungsmotor ausgestattet sind. Sie sind für das Fahren in rauem, unwegsamem und unbefestigtem Gelände vorgesehen, wie etwa auf Feldern und Wiesen, im Wald oder in der Wüste. Während britische Tüftler anfänglich noch normale, serienmäßige Straßenmotorräder für Rennen auf Wiesen umgebaut haben, fingen Motorradhersteller bald an, auch spezialisierte Geländemodelle zu produzieren. In einigen Branchen werden Geländemotorräder auch beruflich eingesetzt, etwa in der Forstwirtschaft. Hauptsächlich werden Dirtbikes aber im Motorsport oder für Freizeitfahrten benutzt. Die beliebtesten Motorsport-Disziplinen mit Geländemotorrädern sind Motocross, Supercross, Enduro, Supermoto und Hare Scrambles.

Da sie in erster Linie als Sportgeräte betrachtet werden, steht bei Dirtbikes maximale Leistung bei minimalen Gewicht im Vordergrund, nicht Treibstoffeffizienz oder ökologische Gesichtspunkte. Viele Dirtbikes gehören daher zu den umweltschädlichsten Motorfahrzeugen überhaupt. Höhere Drehzahlen und das besonders effiziente, aber spritfressende Zweitakt-Motorenprinzip bedeuten mehr Leistung, also könnte man frech behaupten, dass Geländemotorräder darauf ausgelegt sind, möglichst schnell möglichst viel Benzin zu verbrennen. Dementsprechend sind sie bekannt und berüchtigt für die oft dicken, bläulichen Wolken aus Abgas die aus ihren Auspuffen strömen und wegen des fetten Ölgemischs einen penetranten, beißenden Geruch haben.

Der Schadstoffausstoß eines typischen Geländemotorrades ist so gewaltig, dass ein stechender, stinkender Dunst gut und gerne für ein paar Minuten in der Luft hängen bleiben kann, nachdem auf der Straße eines an dir vorbeigefahren ist. Bei Motocross-Rennen mit Dutzenden von Fahrern und Fahrerinnen hängen oft dicke Schwaden aus blauem Smog in der Luft, während die Landschaft den ganzen Renntag über in den beißenden Geruch von Benzin, Öl und Abgas gehüllt bleibt. Die sichtbaren Auspuffwolken sind nämlich nur die Spitze des Eisbergs; die Unmengen an Schadstoffen verteilen sich schnell und überall, viele davon nicht wahrnehmbar, während andere sich auch in Ecken mit vermeintlich klarer Luft durch ihren penetranten Gestank bemerkbar machen, der in der Kehle kratzt und sich in Haaren und Kleidern festsetzt.

Die verschiedenen, mit Geländemotorrädern ausgeübten Disziplinen gehören zu den beliebtesten Motorsportarten der Welt. Sie gehören aber auch zu den zugänglichsten Arten des Motorsports und können, dank der vergleichsweise günstigen Ausrüstung und der Tatsache, dass es keine teure Infrastruktur wie geteerte Rennstrecken braucht, sogar zum Breitensport gezählt werden. Offroad-Rennstrecken und Motocross-Clubs gibt es fast überall. Auch sind sie sehr beliebte Disziplinen des Kinder-Motorsports, wo künftige Generationen bereits ab drei Jahren in die Szene eingeführt und auf ihre ersten Mini-Motorräder (mit echtem Benzinmotor) gesetzt werden. Über die letzten Jahrzehnte hat auch der Anteil weiblicher Teilnehmerinnen stark zugenommen, sodass der Dirtbike-Sport heute wirklich ein Sport für alle ist – trotz der Umweltschäden, die ihre Teilnehmerinnen und Teilnehmer verursachen.

Falls du dir einmal selbst ein Bild davon machen willst, wie stark beim Motorsport die Luft zum reinen Vergnügen verpestet wird, gibt es nichts eindrücklicheres als der Besuch eines Motocross-Rennens. Nirgendwo sonst ist die Umweltverschmutzung so sichtbar, riechbar und spürbar.

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Was macht sie besonders umweltschädlich?

  • Weil die Reduzierung des Gewichts bei Geländemotorrädern so wichtig ist, verwenden sie oft die leichteren Zweitaktmotoren. Offroad-Motorräder gehören tatsächlich zu den Fahrzeugkategorien, wo Zweitakter bis heute einen großen Teil der Neufahrzeuge ausmachen. Durch ihr einfaches Funktionsprinzip verschwenden Zweiakter eine Menge Benzin. Etwa ein Drittel des Kraftstoffs wird unverbrannt aus dem Auspuff ausgestoßen. Zusätzlich wird auch das Öl, welches dem Benzin bei Zweitaktern zur Schmierung beigemischt werden muss, mit verbrannt. Dadurch enthalten die Abgase eines Zweitaktmotors so viele Schadstoffe wie die mehrerer Hundert Viertaktmotoren. Die dicken, giftig-blauen Wolken täuschen nicht: Zweitakt-Abgase sind wirklich so schlimm für die Umwelt und deine Gesundheit!
  • Als eine der günstigsten und vielseitigsten Fahrzeugarten sind Dirtbikes vielleicht die beliebtesten Freizeitfahrzeuge aller Zeiten. So gut wie jede und jeder kann sich zumindest ein älteres, gebrauchtes Offroad-Motorrad leisten. Deswegen sind weltweit fast unfassbar viele Dirtbikes in Betrieb.
  • Da sie nicht dafür gedacht sind, auf öffentlichen Straßen gefahren zu werden, brauchen sie keine Straßenzulassung. Somit müssen sie keinerlei Abgasgrenzwerte einhalten! Reine Offroad-Motorräder dürfen so viel Dreck und Gift in die Luft schleudern, wie sie wollen – und viele tun genau das!
  • Wenn sie, wie üblich, abseits öffentlicher Straßen und auf Privatgrund eingesetzt werden, braucht man nicht einmal einen Führerschein um sie zu fahren. Es ist geradezu makaber, dass eines der umweltschädlichsten Fahrzeuge der Welt gleichzeitig besonders erschwinglich und leicht zugänglich ist.
  • Als Fahrzeuge für den Einsatz im Gelände werden Offroad-Motorräder oft in unberührter Landschaft oder in Wäldern gefahren. So werden ihre giftigen Abgase direkt in die Natur geblasen, in unmittelbarer Nähe von Pflanzen und dem Lebensraum von wilden Tieren, wo die Schadstoffe noch viel direkteren Schaden anrichten können
  • Ebenso landen Benzin und Öl, ob sie unverbrannt mit den Abgasen ausgestoßen werden, aus dem Auspuff tropfen oder beim Füllen des Tanks verschüttet werden, direkt auf dem Naturboden, wo sie Pflanzen vergiften und ins Grundwasser sickern.
  • Durch die freiliegenden Motoren und Auspuffe sind Offroad-Motorräder auch besonders laut. Diese übermäßige Lärmbelastung ist abermals besonders verheerend, weil sie oft in unmittelbarer Nähe zum Lebensraum von Wildtieren verursacht wird.
  • Bei der Fahrt im Naturgelände zerstören die Reifen den Boden, der verdichtete Grund kann weniger Wasser aufnehmen. Beim Fahren in der Nähe von oder durch das Wasser wird Sediment aufgewirbelt, was die aquatische Fauna stören oder gar vernichten kann. Ebenso können Benzin und Öl ins Wasser geraten, wobei ein Tropfen ausreicht um mehrere Hundert Liter zu vergiften. Bei Enduro-Veranstaltungen mit Wasserquerungen wird ein klarer Bach innerhalb kurzer Zeit zu einer braunen, trüben Brühe mit schillerndem Ölfilm.
  • Während einige Offroad-Motorräder von Profis bei der Arbeit in unwegsamem Gelände eingesetzt werden, wird die überwiegende Mehrzahl aller Dirtbikes beim Sport oder zum Spaß gefahren. Den Großteil der durch Dirtbikes verursachten Umweltverschmutzung haben Fahrerinnen und Fahrer zu verantworten, die einfach nur Freude am Motorradfahren, dem Nervenkitzel eines Rennens oder der Erkundung der Landschaft auf einem motorisierten Zweirad haben. Ihr persönliches, kurzzeitiges Vergnügen vergiftet dabei die Atemluft all ihrer Mitmenschen.
  • Viele mit Geländemotorrädern ausgetragene Sportarten gehören auch zu den beliebtesten Motorsport-Disziplinen für den Nachwuchs. Hersteller produzieren Benzin-Motorräder und Schutzausrüstung schon für Kinder ab drei Jahren. Dank der leichten Bauweise werden auch dort bevorzugt Zweitaktmotoren verbaut – verheerenderweise setzt man die Jüngsten, mit ihren besonders empfindlichen Kinderlungen, also ausgerechnet auf diejenigen Motoren, welche besonders viele Giftstoffe in die Atemluft ausstoßen. Offroad-Motorräder sind wohl der beliebteste Einstieg für Kinder in die Welt des Motorsports, des motorisierten Freizeitvergnügens und der Benzinkultur. Den zukünftigen Generationen wird beigebracht, dass spaßeshalber Benzin zu verbrennen in Ordnung und etwas ganz Normales ist. Somit werden Kinder an ein Leben mit Verbrennungsmotoren gewöhnt und der Teufelskreis dieser umweltzerstörenden Hobbies aufrecht erhalten.
  • Geländemotorräder scheinen sich insbesondere auch unter Frauen größter Beliebtheit zu erfreuen, weswegen ihre Disziplinen unter allen Motorsportarten ein vergleichsweise ausgeglicheneres Geschlechterverhältnis aufweisen. Das bedeutet eine sehr viel breitere Zielgruppe und eine umso größere Anzahl von Menschen, die zum Spaß auf Offroad-Motorrädern die Umwelt verpesten.
  • Offroad-Motorräder sind vielleicht die geländetauglichsten Fahrzeuge, die je erfunden wurden. Der freie, ungehinderte Fahrstil, den sie ermöglichen, indem sie nicht an die Straße gebunden sind, hat sie zu einem gerne und oft verwendeten Element in der Populärkultur gemacht, etwa in Hollywood-Filmen (siehe z.B. Motocrossed, Moto X Kids, Supercross, 3 Engel für Charlie, Mission: Impossible – Dead Reckoning, Barry oder xXx). Immer als etwas grundsätzlich cooles und rebellenhaftes dargestellt haben Dirtbikes und Motocross ein stark positives, attraktives Image erhalten. Die unverhältnismäßige Umweltverschmutzung, die sie verursachen, wird beiseite geschoben. So beschönigend dargestellt haben Generationen von Jungen und Mädchen angefangen, sich für diese Fahrzeuge und Sportarten zu interessieren, zu begeistern und den Wunsch zu entwickeln, sie selbst zu fahren.

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